Feuchtemessung -
Feuchtigkeitsbestimmung von Stoffen und Bauteilen
Vor Ort Messung
Elektronische Feuchtigkeitsmessung (Widerstandsmessprinzip)
Die Messung erfolgt mit Handgeräten nach dem Widerstandsmessprinzip. Über zwei in den Baustoff eingebrachte Messfühler wird der elektrische Widerstand im Material gemessen. Die Ablesung erfolgt am Gerät entweder bei definierten Parametern (Holzsorte bekannt ) direkt als Masseprozent (M-%) oder über Skaleneinheiten (SKE) bzw. Digits.
Die Skaleneinheiten lassen sich anhand der Referenzwerte des Geräteherstellers oder aufgrund eigener Messpraxis auf der Basis von gravimetrisch bestimmenten Werten in M-% oder CM-% umrechnen.
Vor Ort Messung
CM3 Messung
Das zu prüfende Material wird vor Ort in einer Mörserschale weitgehend pulverförmig zerkleinert. Mit Hilfe einer Präzisionsfederwaage wird eine vordefinierte Menge des Prüfgutes (10, 20,oder 50g) in eine Edelstahl-Druckflasche abgefüllt. Anschließend wird eine Glasampulle mit Calciumcarbid in die Flasche eingeführt.Außerdem werden 3 unterschiedlich große Stahlkugeln in die Flasche eingebracht. Die Flasche wird druckfest verschlossen. Der Verschlussdeckel trägt ein Manometer.
Bei kräftigem Schütteln der Stahlflasche wird die Glasampulle durch die Stahlkugeln zerstört und das Calciumcarbid freigesetzt.
Reagiert das Wasser , welches in der Probe enthalten war, mit dem Calciumcarbid, wird Acetylen gebildet. Durch die Reaktion entsteht ein Gasdruck des Acetylens in der Messflasche. Anhand des am Manometer ablesbaren Druckanstieges wird der Wassergehalt der Probe ermittelt.
Gegenüber der Feuchtigkeitsbestimmung mit dem elektronischen Messgerät ist das CM - Verfahren genauer, da die Wassermenge der Probe exakter bestimmt wird. Bei alten Baustoffen funktioniert die Messmethode nicht in der gleichen Präzision wie bei frischen Baustoffen .
Laboruntersuchung
Gravimetrische Feuchtemessung (Darr Methode)
Eine Probe des durchfeuchteten Bauteils wird gewogen und bei ca. 105°C in einem Trockenofen getrocknet Die korrekte Temperatur ist wichtig, damit dass im Werkstoff gebundene Wasser nicht mit entweicht (Trocknung von Anhydrit-Fließestrich bei etwa 40°C). Das freie Wasser entweicht im Ofen und danach kann in der Probe durch erneutes Wiegen der freie Wassergehalt festgestellt werden. Anschließend wird die Probe wieder gewässert und man erhält durch erneutes wiegen die Sättigungsfeuchte.
Die Methode ist für Holz, mineralische Baustoffe und Dämmstoffe sehr gut einsetzbar. Das Verfahren wird dann eingesetzt, wenn es auf sehr genaue Bestimmung des Feuchtegehalts von Baustoffen ankommt. Es muss immer vor Ort eine Probe genommen und im Labor ausgewertet werden (mind. 24 Stunden im Trockenschrank).
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